Grabungen im Sommer 2026
Im Mittelpunkt der Grabungsarbeiten in der Hammerschmiede steht der Fund einer Münchner Waldantilope. Das ist ein besonderer Fund, da erstaunlich viele Skelettteile gefunden werden.
Jetzt von einem vollständigen Skelett zu sprechen, halte ich für zumindest verfrüht oder es erscheint eher fraglich, dass man dies erreichen könnte. Aber es scheint sich um zahlreiche Knochen zu handeln, die man gut wissenschaftlich aufarbeiten kann. Bevor nicht die Grabungsarbeiten zu der Waldantilope und die anschließenden Untersuchungen beendet und ordentlich in einer Fachzeitschrift veröffentlicht sind, sollte man solche Formulierungen meiden.
Allgäuer Zeitung vom 10. August 2026, Ausgabe 182, Seite 16
Wann spricht es sich bitte rum, dass der Menschenaffenfund Danuvius guggenmosi heißt. Eigentlich wird er kursiv geschrieben, was aber die Zeitung nicht kann. Was aber nicht nachvollziehbar ist. Aber man kann erwarten, dass zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden wird. Bitte nie wieder schreiben: "Danuvius Guggenmosi". Der Artname beginnt in der Zoologie mit einem Kleinbuchstaben.
Ich habe mich gefreut, dass am Anfang gleich dabei steht, dass die Tongrube Hammerschmiede in Pforzen ist. Das wird allerdings im selben Artikel wieder in "Hammerschmiede bei Pforzen" geändert. Die Hammerschmiede ist ein Ortsteil von Pforzen und hier ist die Tongrube mit den besonderen Funden.
Während in der Allgäuer Zeitung von insgesamt 50.000 Einzelobjekten gesprochen wird, wird in den Fernsehnachrichten von 40.000 Fossilfunden gesprochen. - Schade, das ist nicht fundiert.
Aber viel wichtiger wäre: Wo bleiben die Veröffentlichungen zu den so sensationellen und weniger sensationellen Funden? Z.B. habe ich über Amphibien noch nichts gelesen. Oder was ist mit den Schildkröten, von denen es 9 oder 10 Arten geben soll (Angaben variieren)? Zur Flora erfahren wir auch nichts in ordentlichen Publikationen. Leider wird man mündlich immer wieder mit Versprechungen von Jahr zu Jahr vertröstet: nächstes Jahr kommt dann die und die Publikation zu dem und dem Thema. Und man wartet wieder weiter. Und es kommt nichts. Das ist nicht wissenschaftlich überzeugend.
06.08.2026
TV Allgäu - Kurzinterview mit Prof. Dr. M. Böhme.
Ich zitiere Prof. Dr. M. Böhme: "Wir hatten schon einige Male Skelettfunde allerdings bisher noch nie von einer Antilope .... aber zum ersten mal jetzt von der Antilope."
Hierbei handelt es sich um die Münchner Waldantilope oder Miotragocerus monacensis STROMER 1928.
Allerdings gibt es bereits von Prof. Dr. M. Böhme und ihrem Team Veröffentlichungen zu Funden dieser Antilopenart in der Hammerschmiede.
Die Zitate zu den Veröffentlichungen findet man auf meiner Seite Literatur.
1. Senckenberg Monographs (November 2025)
Volume 2 - 2025
Thomas S. Lechner und Madelaine Böhme
The early Late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Bavaria, Southern Germany) - excavation, stratigraphy, and taphonimic insights
Hier findet man sogar (wie in der Dissertation) ein Streufeld unter 5.8.5 Case study V: HAM4- Miotragocerus monacensis
2. In der Dissertation:
Excavation, Taphonomy and Biostratonomy and Beavers - Ausgrabung, Taphonomie und Biostratonomie; Biber (2023)
Thomas Sebastian Lechner: Excavation, Taphonomy and Biostratonomy of the Late Miocene Hominid Locality Hammerschmiede and the Ecology of its Beavers
3. Josephina Hartung, Thomas Lechner, and Madelaine Böhme (2020): New cranial material of Miotragocerus monacensis (Mammalia: Bovidae) from the late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Germany).
N. Jb. Geol. Paläont. Abh. 298/3 (2020), 269-284.
4. Jochen Fuss, Jérome Prieto und Madelaine Böhme (Juni 2015): Revision of the boselaphin bovid Miotragocerus monacensis STROMER, 1928 (Mammalia, Bovidae) at the Middle to Late Miocene transition in Central Europe
N. Jb. Geol. Paläont. Abh. 276/3 (2015), 229-265.
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